Garmin hat eine wichtige Änderung für Nutzer seiner inReach-Satellitenkommunikatoren angekündigt. Künftig können viele Geräte auch dann noch einen Notruf absetzen, wenn das kostenpflichtige Abo bereits pausiert wurde. Die neue Regelung gilt für einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten nach der Tarifunterbrechung.
Was sich bei Garmin inReach ändert
Bisher war ein aktiver Tarif Voraussetzung, um die SOS-Funktion eines inReach-Geräts nutzen zu können. Wer sein Abo pausierte, verlor damit auch die Möglichkeit, im Notfall einen Rettungsdienst über das Satellitennetz zu alarmieren.
Mit der neuen Regelung bleibt der Zugriff auf die interaktive SOS-Funktion für bis zu zwölf Monate erhalten. Nutzer können weiterhin einen Notruf an Garmin Response senden, das internationale Notfall-Koordinationszentrum des Unternehmens.
Andere Funktionen wie Nachrichtenversand, Tracking oder das Teilen von Standortdaten bleiben weiterhin an einen aktiven Tarif gebunden.
Warum Garmin seine Strategie ändert
Der Markt für Satellitenkommunikation hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Moderne Smartphones bieten zunehmend eigene Notfallfunktionen über Satellit an.
Insbesondere Apple und Google haben Satelliten-Notrufe in aktuelle Geräte integriert und bieten diese Funktionen in vielen Regionen ohne zusätzliche monatliche Gebühren an.
Für Garmin entsteht dadurch neuer Wettbewerbsdruck. Viele Outdoor-Fans fragen sich inzwischen, ob ein separates Satellitengerät überhaupt noch notwendig ist.
Mit der neuen Regelung macht Garmin seine Geräte für Gelegenheitsnutzer deutlich attraktiver.
Interessant für Wanderer und Outdoor-Fans
Viele Besitzer eines inReach nutzen ihr Gerät nur während bestimmter Jahreszeiten. Wer beispielsweise nur im Sommer wandert oder im Winter Skitouren unternimmt, pausiert häufig den Tarif während der restlichen Monate.
Bislang bedeutete dies, dass das Gerät außerhalb der aktiven Saison kaum einen Sicherheitsgewinn bot. Künftig kann es weiterhin als Notfallreserve im Rucksack mitgeführt werden.
Gerade bei Touren in abgelegenen Regionen kann dies ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor sein.
Welche Geräte betroffen sind
Die neue SOS-Regelung gilt für den Großteil der aktuellen Garmin-inReach-Produkte, darunter die beliebten Modelle der Mini-Serie.
Eine wichtige Ausnahme gibt es allerdings: Das ursprüngliche inReach Mini der ersten Generation wird laut Garmin nicht unterstützt.
Auch ausgewählte Garmin-Smartwatches mit Satellitenkommunikation sollen von der Änderung profitieren.
Reicht ein Smartphone heute aus?
Für viele Wanderungen in Deutschland genügt inzwischen ein modernes Smartphone. Mobilfunknetze sind in den meisten Regionen verfügbar und Satelliten-Notrufe können zusätzliche Sicherheit bieten.
Wer regelmäßig in abgelegenen Gebieten unterwegs ist, etwa in Skandinavien, Island, Kanada oder den Alpen, profitiert jedoch weiterhin von einem spezialisierten Satellitenkommunikator. Diese Geräte sind speziell für den Einsatz fernab jeder Mobilfunkversorgung entwickelt worden.
Fazit
Die neue Regelung macht Garmin inReach für viele Nutzer deutlich interessanter. Wer sein Abo pausiert, behält trotzdem eine wichtige Sicherheitsfunktion. Besonders für saisonale Wanderer, Trekking-Fans und Outdoor-Abenteurer sinken damit die laufenden Kosten, ohne vollständig auf einen Satelliten-Notruf verzichten zu müssen.